A Space Odyssey
I.
Wir docken an
Das Schiff scheint groß
Steht vor der Nacht
ganz regungslos
Wir treten ein
im Raumanzug
Leises Atmen
im leeren Flur
Grünes Gewächs
auf weissem Metall
Ein Bio-Virus
aus dem All
Wir zücken die Blaster
schalten ein den Radar
wachsam auf jedes Biepen
auf jeden Punkt, der sich naht
Langsam schreiten wir voran
Ein Putz-Roboter schnellt in den Gang
Erschrickt uns
doch wir bleiben cool
“Was ist hier los?”
sagt Kolonel McCauley
“Ich habe keine Ahnung.”
sage Ich übellaunig
Die Hand um den Griff des Blasters geklammert
Den Blick verbissen auf das Ende des Ganges
Wir wissen nicht, was uns erwartet
welch Tier, welch Monster, nach uns trachtet
Oder ob es doch nur eine Flechte ist
unschuldig grün
das Metall des Schiffes frisst
Wenige Schritte, und ein Spektakel des Grauens
Offenbart sich
hinter einem Vorsprung
Pulsierend grüne Eier
in eine Nische gelegt
verklebt mit der Wand
mit schwarzen Schatten beseelt
“Heilige Scheisse, ein Xenomorph!”
Kolonel McCauley realisiert sofort
was uns hier erwarten könnte
kurzgesagt, ein schnelles Ende
II.
Wir stapfen durch die dunkle Raumstation
verlassen, einsam, mit Gefahren voll
Fünfzehn Eier hatten wir bisher gezählt
Einige aufgebrochen, die Schatten verweht
Hikomi und Sanchez, die Waffen bereit
sondern die Gänge, beachten die Zeit
wie lange wir hier schon verweilen
wie schnell das Böse sich kann vermehren
Leere Eier waren alles, was wir sahen
Tote Computer und Alarm-Anlagen
Still blinkend für Niemanden und Nichts
wo war die Besatzung
Wem gehört dieses Schiff?
Wir treten ein
auf eine große Promenade
gesäumt von Fenstern
voller Planeten und Sterne
Kleine Shops und Leuchtanzeigen
Reih in Reih und leer und wartend
auf die Kunden, die nicht kommen
auf die Wesen, die hier wohnen
Sanchez sagt “Mann, ist das gruselig hier.”
Ich stimme ihm zu, und Hikomi nickt
McClauley studiert eine Reihe von Produkten
Feuchtigkeitscreme und alte Gurken
“Hat wer Bock auf Gurken?”
fragt McClauley in die Runde
doch keiner will Eingelegtes zu dieser Stunde
Lieber wachsam bleiben
und die Creme auftragen
auf’s Gesicht, den Bobsch
den Hals und die Waden
Etwas raschelt
ist hier jemand?
Wir halten die Blaster
bereit für den Einsatz
Ein kleiner Punkt
fängt an zu blinken
auf dem Radar
unsere Herzen sinken
Wir sehen nichts
es ist ganz still
der Punkt bewegt sich
doch wo ist das Ding?
Über uns, ein Gitter löst sich
wird aufgerissen und zerbrochen senkt sich
auf unsere Häupter, auf unsere offenen Mäuler
Die Sterne starren reglos
auf unser Verhängnis
Was nähert sich da
was fällt da heraus
ein schwarzer Körper
bereit für einen Schmaus
III.
Hikomi schreit und Sanchez blickt
auf McClauley und sein Ungeschick
Das Alien landete hinter ihm
bohrt seinen Stachel durch dessen Hirn
Stößt seine Faust durch den menschlichen Körper
Das Blut spritzt raus, das Herz fliegt weg
Der Kolonel ist im Nu verreckt
Blut strömt aus seinem Mund
Die Augen ruhen starr in den Höhlen
unbeweglich, ganz ohne Leben
Ich hebe meinen Blaster und schiesse drauflos
Die Kugeln zerfetzen McClauley
und dringen hindurch
verletzen das Alien
es schreit kurz auf
und schlägt nach mir
mit Klauen scharf
Hikomi zittert und findet ihre Courage
Auch sie nimmt den Blaster
und lässt frei ihre Rage
Trifft das Alien links unter dem Arm
Das Alien dreht sich
und starrt die Frau an
Sanchez schlägt auf das Wesen ein
Sein Denken von jedem Sinn befreit
Zu groß war der Schock
seinen Freund zu verlieren
Zu groß der Zorn
ihn nicht wieder zu kriegen
Das Alien schreit, es wird von Kugeln getroffen
doch sein Wille bleibt ungebrochen
es schlägt Sanchez weg, verpasst ihm einen Hieb
Geht auf Hikomi zu, den Blaster im Visier
Die Technikerin entleert das Magazin
in den Körpern des Undings
doch es bringt nicht viel
Entschlossen hebt sich die Klaue
Der Arm fällt schnell
Ein Augenblick vergeht
Und der Kopf fällt
Ich drehe mich um
und renne zurück
von Gang zu Gang
Die Angst im Genick
Sanchez schreit, ein letztes Mal
Dann ist es ruhig, um diesen tapferen Mann
Ein regloser Leichnam im Raumanzug
Auf der Promenade
Im eigenen Blut
IV.
Ich renne und renne und renne und renne
Die Gänge sehen alle gleich aus
nichts finde ich auf die Schnelle
Der Gang, wo führt er hin
ich muss hier raus
sonst kommt das Monster
und macht mir den Garaus
Da, endlich, ein vertrautes Zeichen
der tote Computer und die kaputten Leisten
Hier muss es sein, hier gehöre ich hin
Der Ausgang da vorne, ich bin am Ziel
Schnell haste ich auf die Türe zu
dahinter die Brücke
gleich hab’ ich meine Ruh’
vor diesen lästigen Dingern
die nach meinem Leben trachten
meiner ganzen Mannschaft
den Tod brachten
Wenige Meter trennen mich
Vor dem Verderben auf diesem fremden Schiff
Doch ich hatte mich zu Früh gefreut
Zwei Körper tauchen auf
und machen sich breit
Ein Komitee für den Abschied, wie nett
hinter mir ein gleiches Paar
Ich werfe den Blaster zu Boden
und sage “Leckt’s mich am Arsch!”
Auf die Antwort muss ich nicht lange warten
die Klauen zerfetzen und die Kiefer malmen
Reissen Gedärme und zerkauen die Knochen
Ich sehe nicht viel
ausser Rot und Erbrochenem
Mein Körper vergeht
Die Sterne warten
hinter der Türe
ein fremder Garten
Vielleicht werde ich bald darin wandeln
als Seele ohne Form
zwischen Planeten
Draussen im All